Abschied von den eigenen Genen

 

Ja, es ist ein Abschied von den eigenen Genen: Typische Merkmale der Herkunftsfamilie werden bei einem Kind nach einer Eizellspende nicht wieder zu erkennen sein. Auch bestimmte Talente werden sich nicht fortpflanzen. Dieser Abschied ist zumeist der Abschluss der eigenen Kinderwunschbehandlung. Sehr viel wurde investiert: emotional, körperlich und finanziell.

Für den Mann heißt dieser Abschied dass er Äußerlichkeiten und vielleicht auch bestimmte Talente, die er an seiner Frau sehr mag, nicht im gemeinsamen Kind sehen wird.

Welche Einstellungen können diesen Prozess erleichtern?

  • Wir Menschen haben sowieso 99 Prozent aller Gene gemeinsam. Sie unterscheiden sich nur durch ca. 600.000 SNPs (single nucleoid Polymorhism) bei  insgesamt drei Milliarden Basenpaaren die auf den Chromosomen verteilt sind.

  • Für Frauen ist es wichtig dass sie alles getan haben um ein genetisch leibliches Kind zu bekommen. Verpasste Chancen belasten mehr als die Folgen falscher Entscheidungen. Alle unternommenen Anstrengungen – auch wenn sie im Endergebnis erfolglos geblieben sind – helfen bei der Bewältigung.

  • Sehen und zu fühlen was jetzt ist – anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird (vgl. Virginia Satir,US-amerikanische Familientherapeutin, Die fünf Freiheiten). Das Leben ist so wie es ist. Sehnsucht über lange Zeit zu kultivieren ist bei Kinderwunsch nicht zielführend.

  • Unerfüllter Kinderwunsch ist das drittschlimmste Problem im Leben. Gravierender ist dauerhaft allein zu sein oder schwere gesundheitliche Einschränkungen zu haben.

  • Und wie bei Menschen immer geht es um die Frage mit wem vergleiche ich mich. Vergleiche ich mich nach „oben“ oder nach „unten“? Vergleiche ich mich mit der Normfamilie mit zwei Kindern oder mit Paaren denen mit keinerlei Methode zu einer Schwangerschaft verholfen werden kann?