Anonyme Spende Spanien und Tschechien

 

Die beiden großen Destinationen für (anonyme) Eizellspenden in Europa sind Spanien und Tschechien. In Spanien wurden 2017 etwa 26.000 Behandlungen mit einer Eizellspende durchgeführt, in Tschechien waren es im Jahr 2018 knapp 5000 Zyklen. In beiden Ländern ist die Spende anonym. Sollte es zu einer Gesetzesänderung in den beiden Ländern kommen, wird die Anonymität zum Schutz der Spenderin nicht rückwirkend aufgehoben.

„Ist Spanien besser als Tschechien?“


Diese Frage stellen sich Paare die eine Eizellspendenbehandlung planen oft. Die Top Kliniken in Tschechien stehen den Top-IVF-Zentren in Spanien in nichts nach.

Was die Spitzenkliniken in beiden Ländern eint:

  • Routine in der Präimplantationsdiagnostik, sofern zusätzlich gewünscht

  • Kompetente deutschsprachige Koordinatorinnen, die die Betreuung des Empfängerpaares übernehmen

  • Große Auswahl an Spenderinnen

  • Sehr hohe Qualität im IVF-Labor

Die Altersgrenze für die Empfängerin ist in Tschechien der 49. Geburtstag – sprich das 50. Lebensjahr.

In Spanien ist die Altersgrenze von 50 Jahren, die lange durch die Medien ging, nicht starr. In den letzten Jahren hat dort ein Wandel stattgefunden. Einige Kliniken behandeln auch Frauen über 50 Jahre.





In Nuancen bestehen Unterschiede zwischen beiden Ländern:

Besonderheiten in Tschechien


  • In Tschechien wird häufig noch mit Frischzyklen behandelt. Damit ist weitgehend ausgeschlossen, dass die Eizellen kryokonserviert aus einem Drittland kommen.

  • Auf Grund der örtlichen Nähe zu vielen Bundesländern und zu Österreich ist ein Single-Embryo-Transfer leicht zu realisieren. Mit dem Transfer von nur einer Blastozyste wird die mögliche Schwangerschaft für Mutter und Kind sicherer.

  • Preislich und heruntergerechnet auf die Eizellanzahl pro Behandlung, sind tschechische Kliniken etwa 2000 Euro billiger als spanische Kinderwunschzentren.

  • Überzählige Embryonen nach abgeschlossener Familienplanung werden verworfen. Um möglichst nicht in diese Lage zu kommen, ist genau zu planen, mit wie vielen Eizellen begonnen wird.




Besonderheiten in Spanien


  • Einige spanische IVF-Zentren sind auch forschend tätig und haben viele Entwicklungen in der Kinderwunschmedizin angestoßen.
  • In Spanien gibt es große Eizellbanken. Dazu ist Kapital notwendig, da das Screening und die Stimulation der Spenderin vorfinanziert werden. Mit Zellen aus der Eizellbank ist der Termin für den Embryonentransfer bei der Empfängerin auf den Tag genau planbar. Auch die Anzahl der Eizellen die mit dem Sperma des Mannes befruchtet werden, kann exakt festgelegt werden.
  • Das Gesetz 14/2006 regelt, dass überzählige Embryonen aus einer Eizellspende erst nach Ablauf von je nach Alter der Empfängerin sehr langen Fristen verworfen werden dürfen. Hieraus entstehen Kosten für das Kryodepot.
  • Aus diesem Grund ist Spanien in Europa das Land für Embryonenspende geworden.
  • Viele spanische IVF-Zentren nehmen der Frau über 45 Jahren die Entscheidung ab, ob sie ein oder zwei Embryonen transferieren lassen will. Ab dieser Altersgrenze wird medizinisch sinnvollerweise nur mehr ein Embryo transferiert.




Cave („aufgepasst“)! …. Für beide Ländern


  • Die Aussage: „Wir haben internationale Spenderinnen.“ kann in Spanien auch heißen, dass Eizellen aus der Ukraine zugekauft wurden. Wenn das Paar aus kulturellen Gründen nach Spanien geht, sollte es explizit auf eine spanische Spenderin bestehen.

  • Ein niedriger Preis lässt in Spanien aufhorchen. Wie viele Eizellen gehen bei der Summe X an den Start (link zu 1.6.)? Um konkurrenzfähig mit den tschechischen Zentren zu bleiben wurden z.T. die Preise in Spanien leicht und die Anzahl der Eizellen deutlich reduziert.

  • Die Frage „Wie viele Eizellen bekomme ich bei einem Frischzyklus?“ ist in beiden Ländern wichtig. Wird die Spende evtl. zwischen zwei Empfängerinnen gesplittet?

  • Die Preise in Spanien variieren stark zwischen den Kliniken. „Wir sind so teuer weil alle hier (dann der Name der Stadt) so teuer sind.“ wurde auch schon einmal als Grund für die doch sehr hohen Kosten genannt.
  • In Tschechien wird oft aus der anonymen Spende die Pflicht zur Nicht-Aufklärung des Kindes gemacht. Wenn schon anonym gespendet wird, braucht das Paar seiner Tochter oder seinem Sohn auch nicht sagen, wie es entstanden ist. Dabei gefährdet die Aufklärung des Kindes - vom DNA-Testing einmal abgesehen - nicht das Inkognito der Spenderin. Da sollten sich die Eltern eines möglichen Kindes nicht durcheinanderbringen lassen.





Die Frage, welches Land besser oder richtiger ist, kann am Ende jedes Paar nur für sich selbst beantworten und entsprechend entscheiden. Beide Länder können sicherlich dann falsch sein, wenn die oben genannten Cave-Aspekte nicht zufriedenstellend geklärt wurden.