Behandlung-Empfängerin

 

Eizell-Empfängerin und Eizell-Spenderin werden unterschiedlich auf die bevorstehenden medizinischen Eingriffe vorbereitet. Dabei ist die medizinische Behandlung der Empfängerin vergleichsweise einfach. Die aufwendigen Teilschritte – wie Stimulation zur Eizellentnahme und Eizellpunktion – liegen bei der Spenderin.

Bei der Empfängerin gibt es zwei medizinische Ziele


  • Verhinderung eines unkontrollierten körpereigenen Eisprungs
  • Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf 7-10/12 mm

Ersteres ist wichtig, da der Eisprung fünf bis sieben Tage später das enge Einnistungsfenster vorgibt. Zum zweiten ermöglicht nur ein gut aufgebautes Endometrium die Einnistung eines entwicklungsfähigen Embryos.

Die Behandlungspläne der Empfängerin variieren leicht, je nachdem ob es sich um einen Frisch- oder um einen Kryotransfer handelt.

Prinzipiell sind Kryotransfers zeitlich für das Kinderwunschzentrum leichter zu steuern. Auch muss bei Frauen nach den Wechseljahren nicht auf den Eisprung geachtet werden, da sie keine Ovulation mehr haben. Letzteres vereinfacht die Planbarkeit der Behandlung für die Klinik.




Vier wesentliche Bausteine der Behandlung der Empfängerin


Die Behandlung orientiert sich an den einzelnen Zyklusphasen. Diese sind

  • Zwei bis vier Wochen Einnahme von Östrogentabletten zum sicheren Aufbau des Endometriums.
  • Rückmeldung über die Höhe und die Schichtigkeit der Gebärmutterschleimhaut an das ausländische Zentrum. Dazu ist eine Ultraschalluntersuchung notwendig.
  • Medikamentöse Unterdrückung der Ovulation der Empfängerin, sofern diese noch vor oder zu Beginn der Wechseljahre ist.
  • Übertritt in die zweite Zyklushälfte durch die Einnahme bzw. durch vaginales Einführen von Progesteronpräparaten.




Besonderheiten bei Empfängerinnen vor der Menopause


Bei einem Frischzyklus der Empfängerin vor der Menopause erfolgt eine Downregulation und eine kontinuierliche Gabe von Östrogen. Die körpereigene Eireifung und der körpereigene Eisprung werden komplett unterdrückt. Bekommt die Spenderin die Auslösespritze oder Punktion, nimmt die Empfängerin ab dem Zeitpunkt Progesteron ein. Die Empfängerin wird damit empfängnisbereit gehalten und wartet sozusagen auf die Spenderin. Es gibt einen relativ großen zeitlichen Spielraum wie lange die Empfängerin in der ersten Zyklusphase bleiben kann. Entscheidend wichtig ist, dass beide Frauen zeitgleich in die zweite Zyklusphase übertreten.