Cleverness

 

Zwischen Spenderin und Kinderwunschzentrum gibt es eine besondere Geben-und-Nehmen Balance:

Die Spenderin ist clever bei der Auswahl der Klinik


kreislauf Junge Frauen, die planen ihre Eizellen zu spenden, gehen sehr überlegt vor. Sie recherchieren im Vorfeld Details über die Klinik ihrer Wahl. Da es in den meisten Städten mehrere Kinderwunschzentren gibt, lässt sich auch eine klare Auswahl treffen. Zentrale Fragen, die potenzielle Spenderinnen bewegen, sind:

  • Werde ich medizinisch und menschlich gut behandelt?
  • Ist eine Eizellspende schmerzhaft?
  • Wie gut werde ich mit all meinen Fragen vor, während und nach der Behandlung betreut?
In Tschechien zum Beispiel gibt es ein großes "social media"-Forum von Spenderinnen und solchen, die es werden wollen. Die etwa 4000 Frauen die dort registriert sind, tauschen sich regelmäßig aus.

Da auch Personen aus IVF-Kliniken dort Mitglied sind, können sie die Diskussion über ihre medizinische Arbeit hautnah mitverfolgen. „Spenderinnen sind unsere Diamanten - und wir sollten deswegen sehr gut mit ihnen umgehen“, beschreibt ein ausländischer IVF-Arzt die Situation. Denn: Medizinische Komplikationen, ein schlechter zwischenmenschlicher Umgang miteinander oder fehlende Unterstützung von Seiten der Klinik verbreiten sich schnell im Netz. Die Folge für betroffene Kliniken: Es melden sich weniger potenzielle Spenderinnen.

Doch auch auf persönlicher Ebene, nicht nur im Netz, funktioniert die soziale Kontrolle: Eine Spenderin, die während ihrer Behandlung sehr gut betreut wird, motiviert oft zwei bis drei Freundinnen, ebenfalls Eizellen zu spenden. Und dabei empfiehlt sie natürlich die Klinik, in der sie hervorragende Erfahrungen gemacht hat.




Kliniken brauchen clevere Spenderinnen


kreislauf Medizinische Kriterien bei der Auswahl einer Spenderin sind von zentraler Bedeutung. Aber: Die letzte Hürde, die eine potenzielle Spenderin nehmen muss, betrifft nach Angaben von Kliniken ihre Cleverness und Zuverlässigkeit.
Denn: Eine IVF-Stimulation setzt voraus, dass eine Spenderin zuverlässig jeden Tag Hormone spritzt - und das über 8 bis 10 Tage. Zudem muss sie die Dosis auf dem sogenannten Pen täglich richtig einstellen. Auch darf sie am Ende des gesamten Zeitraums nicht die entscheidende "Auslösespritze" für den Eisprung vergessen - und sie muss diese auch zum exakt vorgegebenen Zeitpunkt setzen. Sonst können die Eizellen bei der sogenannten Punktion nicht entnommen werden. Macht eine Spenderin Fehler, sind ihre Eizellen nicht reif oder schon gesprungen. Die Klinik hat dadurch viel Geld verloren, denn bis zur Punktion hat eine Spenderin Medikamente (Hormone) in Höhe von 1000 bis 1500 Euro verbraucht. Nur: Einer Spenderin im Nachhinein Fahrlässigkeit nachzuweisen, ist indes schwer - eigentlich kaum möglich. Daher müssen sich Kliniken auf "ihre" Spenderinnen verlassen können.

Deshalb schauen sich Klinikmitarbeiter die Bewerberin sehr genau an: Ist sie pünktlich? Gibt es Anzeichen von Drogen oder Alkoholkonsum? Wirkt sie strukturiert? Sobald Zweifel aufkommen, wird die junge Frau höflich mit den Worten verabschiedet, dass die Klinik gerade genügend Spenderinnen hat.