Entscheidung unter Ungewissheiten

 

Kontroll- und planungsorientierten Menschen fällt die Entscheidung für oder gegen eine Eizellspende schwer. Viele Fragen können im Vorfeld nicht mit hundertprozentiger Sicherheit beantwortet werden. Auch Gefühle lassen sich theoretisch nicht vorweg nehmen.

Fragen, für die es nur eine annähernde Sicherheit gibt


Dazu zählen folgende Fragen:

  • Was passiert mit uns wenn auch diese Methode nicht klappt?
  • Wir in der Schwangerschaft alles gut gehen?
  • Werde ich das Kind lieben wie mein genetisch leibliches?
  • Wird das Kind zu mir später sagen dass ich nicht seine richtige Mutter bin?
  • Wird das Kind mit seiner genetischen Identität hadern bzw. ein Gefühl der persönlichen Lücke haben?

Die Paare, die sich für eine Eizellspendenbehandlung entscheiden können Unsicherheiten aushalten auch wenn es nicht angenehm ist. Die Antwort auf die oben genannten Fragen ist dass es keine sichere Antwort im Vorfeld gibt. Oder wie es eine Frau benannte: „Das Leben erfährt man erst wenn man es erlebt.“




Wie machen es die Paare die sich trotz offener Fragen trauen?


sprungbrett Sie denken dass 80% Überzeugung für die Behandlung reichen und dass sie sich um den Rest kümmern wenn es soweit ist. Im praktischen Handeln minimieren sie zuerst die Risiken indem sie z.B. nur einen Embryo transferieren und später eine hochprofessionelle Schwangerschaftsvorsorge suchen. Des Weiteren verfügen diese Paare über einen pädagogischen Optimismus der ihnen hilft die richtigen Worte für das Kind und eine sichere Haltung bezüglich der Spende zu finden. „Wenn wir diesen Weg nicht gegangen wären, würde es Dich nicht geben und wir hätten nicht das Glück Deine Eltern zu sein.“ So oder so ähnlich lautet ihre zentrale Botschaft an das Kind. Leicht fällt die Entscheidung auch Paaren die wissen dass sie im Prinzip jedes Kind lieben können. Man müsste ihnen nur eines geben und sie würden es sofort annehmen. Selbst wenn in der Pubertät des Kindes der Vorwurf kommt, dass die Frau gar nicht die richtige Mutter ist, haben sie Standing. Als Eltern wissen sie, dass ich Pubertierende zielsicher die schwächste Stelle der Eltern aussuchen. Der Angriff auf den wunden elterlichen Punkt ist für den Jugendlichen notwendig um sich ablösen zu können. Im Ausschlussverfahren haben die Paare auch eine innere Liste von Bürden, die sie dem möglichen Kind nicht mit in die Wiege legen: das Kind wird höchstwahrscheinlich kein Trennungskind werden, es wird nicht emotional vernachlässigt, sie als Eltern sind psychisch stabil usw. Es gibt zwei Berufsgruppen, die sich mit der Entscheidung für Eizellespende vergleichsweise leicht tun:

  • Zum einen sind Ärztinnen. Sie haben ein präzises medizinisches Vorsorgepaket im Kopf und sie haben beruflich mit der Behebung und dem Austausch von menschlichen Schwachstellen zu tun. Ihre Sichtweise der Eizellspende ist dementsprechend pragmatisch.
  • Zum anderen sind dies Psychologinnen, Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen u.ä. Sie wissen wie viel man bei Kindern mit Bindung, altersgerechter Information, Offenheit und auch mit Mut zur Lücke erreichten kann. Kinder lieben es nämlich ihre Eltern zu verstehen. Diese Ressource verstehen sie zu nutzen.