Formen der Eizellspende

 

In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Modelle für die Eizellspende.

Hier der Überblick

Anonyme Spenderin


Dies ist die häufigste Form der Spende in Europa – insbesondere in Spanien und Tschechien. Alle Informationen liegen bei der Klinik, die das Matching vornimmt und die Behandlung durchführt. Auf Nachfrage erhält das Empfängerpaar meist das Alter, die Größe, Haar-und Augenfarbe und evtl. auch den Beruf genannt. Die Kinderwunschzentren sind in den letzten Jahren sensibel für die Informationsbedürfnisse der Empfängerpaare geworden. Nichtsdestotrotz haben die Ärzte die gesetzlich festgelegte Aufgabe, die Identität der Spenderinnen zu schützen. Aus diesem Grund geben sie maximal einige wenige Informationen weiter, um die Anonymität der Spenderin nicht zu gefährden.




Nicht anonyme Spenderin


Hierbei erhält das Empfängerpaar nur wenige Basisinformationen über die Spenderin und kann auch nicht zwischen verschiedenen Spenderinnen auswählen.

Das Matching liegt einzig und allein in den Händen der Klinik.

Jedoch kann das Kind ab 14 oder 18 Jahren die Kontaktdaten der Spenderin erhalten. Diese Form der Spende – Eltern kaum Information und Kind erhält die Kontaktdaten – ist in Dänemark, Österreich, Finnland, Portugal und in Großbritannien (letzteres z.T. mit Auswahlmöglichkeit) möglich.




Anonyme Spenderin mit Auswahlmöglichkeit


Bei diesem Modell, das abwertend auch als „Katalogmodell“ bezeichnet wird, kann das Empfängerpaar zwischen verschiedenen Spenderinnen wählen. Die Profile enthalten etwa 20 Merkmale, eventuell einen Lebenslauf und auf freiwilliger Basis auch ein Foto (aktuell oder aus der Kindheit).

Das Kinderwunschzentrum erteilt dem Paar einen Zugangscode und schaltet die Profile mehrerer Spenderinnen z.B. für eine Woche frei. Dieses Modell ist für Empfängerinnen interessant, die sich sehr schwer tun, die Kontrolle abzugeben und die wissen möchten von wem sie die Gene erhalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass dem Kind später eine Reihe von Basisinformationen zur Verfügung stehen.

Die Spenderin selbst bleibt für das Paar und das Kind anonym. Anonyme Spenderinnenauswahl anhand eines Profil ist vor allem in Russland, der Ukraine und Südafrika geläufig. In der Regel entstehen dabei Mehrkosten im Vergleich zur rein anonymen Spende.




Nicht-anonyme Spenderin mit Auswahlmöglichkeit


Auf Wunsch des Empfängerpaares schaltet die Klinik die Profile der Spenderinnen frei (siehe anonyme Spenderin mit Profil). Daraus wählt das Paar zwei bis drei Spenderinnen aus. Eine Favoritin und ein bis zwei junge Frauen, die ebenfalls noch in Frage kommen.

Findet dies in einem Land statt, dass gleichzeitig noch die open-identity-Spende vorschreibt, kann das Kind ab 18 zusätzlich die Kontaktdaten der Spenderin erhalten. Dieses Modell von Spende wird vor allem in Großbritannien und den USA angeboten.




Bekannte Spenderin


Eine bekannte Spenderin ist eine Freundin, eine Nichte oder auch eine im Internet kennengelernte Frau. Im Englischen wird sie „known donor“ genannt. Um spätere psychologische Verstrickungen zu vermeiden, werden die Eizellen dieser mitgebrachten Spenderin in Belgien und den Niederladen mit den Zellen einer anderen Spenderin häufig quergetauscht. Die Empfängerin erhält also die Eizellen einer Spenderin, die eine andere Empfängerin mitgebracht hat. Die Problematik bei diesem Modell liegt im Alter bzw. in den unterschiedlichen Fertilitätsparameter der beiden Spenderinnen. So kann die eine junge Frau z.B. 22 Jahre, die andere Spenderin 34 Jahre alt sein.

Das Modell mit einer bekannten Spenderin, die 1:1 dem Paar zugeordnet wird, das sie mitgebracht hat, ist in Österreich möglich. Nicht immer einfach ist es jedoch im Vorfeld, wenn Mann und Spenderin sich anschauen und wissen dass sie sich zusammen asexuell fortpflanzen. Und meist bleibt den Paaren nach der Geburt des Kindes das Bild der Spenderin eingebrannt.

Auch bei einer innerfamiliären Eizellspende ist die Spenderin bekannt. Diese Spende ist psychologisch hochkomplex und muss vor allem aus der Perspektive des möglicherweise entstehenden Kindes betrachtet werden. Auch hier sollte die Spenderin unter 30 Jahre alt sein um die Aneuploidie-Rate der Eizellen gering zu halten.

Vermutlich ist das Modell mit einer bekannten Spenderin nur psyeudo-altruistisch. Im Hintergrund dürften Zahlungen stattfinden.