Matching

Matching ist die Zuordnung einer Spenderin zu einer Empfängerin. Damit das mögliche Kind phänotypisch in die Familie passt werden dabei bestimmte Merkmale abgeglichen.

Welche Merkmale werden herangezogen?


  • Augenfarbe
  • Haarfarbe – und struktur
  • Ungefähre Größe
  • Körperbau
  • Blutgruppe

Diese Matching-Kriterien sind internationaler Standard und keine extra Leistung einzelner Kliniken.
Wenn nicht anders gewünscht, orientiert sich das Kinderwunschzentrum beim Matching an den äußeren Merkmalen der Empfängerin. Dazu füllt das Kinderwunschpaar beim Erstgespräch oder beim Abschluss des Behandlungsvertrages eine Liste mit den Merkmalen beider Partner aus. Diese ist dann Arbeitsgrundlage für die Suche nach einer geeigneten Spenderin bzw. für die Auswahl der Eizellen.
Ist es schwierig eine passende Spenderin zu finden, z.B. weil die Empfängerin sehr hellhäutig ist, grüne Augen und rote Locken hat, kann auch auf den Ehemann ausgewichen werden und eine Spenderin nach seinem Aussehen ausgewählt werden.
Feinmerkmale wie die Formen von Ohren, Hände und Lippen werden hingegen kaum berücksichtigt. Dies würde vor allem bei einer Frischspende den Kreis der in Frage kommenden Spenderinnen zu sehr einschränken.
Ein Matching ist keine Miniversion der Empfängerin, sondern es geht darum, eine ungefähr ähnlich aussehende Spenderin zu finden. Fotos des Paares sind dabei hilfreich und dienen zur Orientierung. Doch hier gilt es vorsichtig mit der Erwartungshaltung umzugehen: Der Stellenwert von Fotos wird von vielen Empfängerpaaren überinterpretiert. Fotos reichen für ein gutes Matching bei weitem nicht aus. Andere Kriterien wie Alter der Spenderin, Anzahl und Qualität der Eizellen sind wichtiger als die genaue phänotypische Ähnlichkeit.




Die Sache mit der Blutgruppe


Hier kommt es häufig zu einem Missverständnis zwischen Paar und Klinik. Die Blutgruppe zwischen Empfängerin und Spenderin muss nur übereinstimmen wenn das Paar plant, das Kind nicht aufzuklären. Die Blutgruppe des Kindes ist nicht relevant für den Schwangerschaftsverlauf. Letzteres ist nur wichtig, bei einer fehlenden Kompatibilität des Rhesusfaktors in einer zweiten Schwangerschaft.


Anders herum erklärt: Eine Frau mit der Blutgruppe A positiv wird mit eigenen Eizellen schwanger von einem Mann mit der Blutgruppe B positiv. Das Kind hat die Blutgruppe B positiv geerbt und wächst im Körper der A positiven Frau heran. Daraus entstehen weder für die Mutter noch für das Kind medizinische Probleme.


Dass der Blutgruppe im Matching eine große Bedeutung zugewiesen wird ist historisch gewachsen und stammt aus Zeiten als die Nicht-Aufklärung des Kindes empfohlen wurde. Schließlich sollte das Kind später im Biologieunterricht nicht feststellen müssen, das es bspw. mit seiner B negativen Blutgruppe gar nicht zu seinen Eltern passen kann die beide A positiv sind.




Paare, denen äußere Merkmale für das Matching nicht wichtig sind


Paare können dem ausländischen Kinderwunschzentrum sagen, dass sie keinen Wert auf die Übereinstimmung von äußeren Merkmalen und/oder Blutgruppe legen. Dies erweitert bei einer Frischspende den Kreis der möglichen Spenderinnen. Besonders geeignet ist dies für Partner, die untereinander sehr unterschiedlich aussehen, und die sicher vorhaben, das Kind aufzuklären. Die Hautfarbe sollte jedoch gleich sein und zum Wohle des möglichen Kindes nicht zur Disposition stehen.