Länder mit nicht anonymer Spende

 

Nicht anonyme oder offene Spende bedeutet, dass das Kind ab einem gewissen Alter bzw. ab Volljährigkeit die Daten der Spenderin erfragen kann. Hinterlegt sind die Informationen über das ca. 18 Jahre vorher stattgefundene Matching in einem nationalen Register. Vorausgesetzt, dass das Kinderwunschzentrum damals die Geburtsurkunde des Kindes erhalten hat, steht der Offenlegung der Daten nichts im Wege. Die Urkunde wurde dann der Spenderin zugeordnet und beides zusammen muss anschließend von der Klinik an das Register bzw. die zuständige Behörde gemeldet werden.

In den folgenden Tabellen werden die Behandlungszahlen für Eizellspenden pro Jahr und pro Land aufgeführt, sofern sie in Erfahrung zu bringen waren.

In der Rubrik „Cave!“ (lateinisch für „pass auf!“) wird das Geschäftsgebaren von einigen – nicht von allen - Kliniken in diesen Ländern dargestellt.

Portugal

Seit 25.04.2018 ist auch in Portugal die Eizellspende nicht-anonym. Der Nationalrat kontrolliert das Zusammenführen der Daten von Spenderin und Kind. Noch liegen wenige Erfahrungen von Patienten vor. Die Kliniken scheinen sich jedoch an den hohen spanischen Standards zu orientieren und bieten Garantiemodelle mit Blastozysten an. Eine Spenderin erhält 872.-€ Kompensation für Stimulation und Punktion.

Österreich

Alter Spenderin


 

Alter Empfängerin

Besonderheiten

 

 

 

 


 

Anzahl Behandlungen


 

Fazit

 

Cave! (Aufpassen)

Gesetzlich nicht definiert

45. Geburtstag
 

Gesetzlich detailliert verboten:

  • Aufwandsentschädigung für die Spenderin

  • Werbung für Spenderinnen

  • Vermittlung

Das Kind hat Auskunftsrecht ab 14 Jahren


 

Unbekannt, wahrscheinlich sehr gering

 

Steht faktisch nicht zur Verfügung, außer das Empfängerpaar bringt seine eigene Spenderin mit. Letzteres ist erlaubt, ist aber kompliziert, wenn es in Richtung einer personalisierten oder innerfamiliären Spende  mit all ihren psychologischen Fallstricken geht.


 

Einige Kliniken haben Dependancen / Partnerkliniken in Tschechien und der Slowakei. Wenn das Paar das Erstgespräch in Österreich hat, die Behandlung aber im Nachbarland durchführt werden soll, gilt die dortige Gesetzgebung: anonyme Spende.

Andere Kliniken haben ausländische Spenderinnen die für die Spende nach Österreich kommen. Es ist somit sinnvoll die Nationalität der Spenderinnen zu erfragen.

Großbritannien

 

Alter Spenderin


 

Alter Empfängerin

 

 

Besonderheiten

 

 

 

 


 

 

Anzahl Behandlungen


 

Fazit

 

 

Cave!

Gesetzlich nicht definiert

Empfehlung der Fachgesellschaften:  50 Jahre

In Einzelfällen Ausnahmen möglich (klinikinterne Entscheidung)  

Empfängerin erhält ca. 1000€ Aufwandsentschädigung

  • Nicht anonyme Spende ist Gesetz seit 2006

  • Empfängerpaar kann die Spenderin nach Profil wählen (klinikabhängig)

  • Zum Teil Egg-Sharing mit homologer britischer IVF-Patientin

  • Register: liegt bei HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority)

Unbekannt

Das am weitesten entwickelte Open Identity Eizellspenden Programm in Europa.

Zumindest eine Eizellbank hat den Import von ukrainischen Eizellen wieder eingestellt (Qualitätsprobleme im dortigen Screening der Spenderin).

Eine der teuersten Behandlung in Europa.

Meist wird eine Spende auf 5-6 Eizellen limitiert.

Finnland

 

Alter Spenderin


 

Alter Empfängerin

 

Besonderheiten


Anzahl Behandlungen

 


 

Fazit

 

 

 

Cave!

20-35 Jahre

 

47. Geburtstag

 

Nicht-anonyme Spende ist seit 2007 Gesetz.

Auskunftsrecht ab 18 Jahren.

Die Spenderin erhält 250.-€ Kompensation.


 

331 Transfers mit frischen gespendeten Eizellen (2016) und

399 Transfers mit kryokonservierten Eizellen (2016)

 

3-6 Monate Wartezeit.

Empfehlenswert wenn u.g. Cave-Gesichtspunkte zufriedenstellend geklärt sind.

  • Skepsis ist angebracht wenn Sie das Alter der Spenderin nicht erfahren.

  • Fragen Sie nach der Nationalität der Spenderin. „In Finnland lebend“ ist keine weitreichende Information, da viele Migrantinnen aus baltischen Staaten und aus Russland dort arbeiten.

  • Skepsis ist angebracht wenn das IVF-Zentrum auf seiner Spenderinnen-Website erwähnt, dass Spenderinnen nicht zu einem späterem Treffen oder zu einer Kontaktaufnahme verpflichtet sind.

Dänemark

 

Alter Spenderin


 

Alter Empfängerin

 

 

 

Besonderheiten

 


 

 

Anzahl Behandlungen


 

 

Fazit

 

Cave!

20-35 Jahre

46. Geburtstag = 47. Lebensjahr

 

  • Spenderin kann wählen, ob sie anonym oder nicht-anonym spendet.

  • Seit 01.07.2016 erhalten die Spenderinnen 1000€ pro Spende (vorher 300€).

  • Auskunftsrecht des Kindes nach einer nicht-anonymen Spende ab 18 Jahren.

Unbekannt

 

3-6 Monate Wartezeit, in manchen Kliniken bis zu 12 Monaten.

Empfehlenswert wenn u.g. Cave-Gesichtspunkte zufriedenstellend geklärt sind.


  • Die genetische Untersuchung der Spenderin ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

  • Einige Kliniken sagen offen, dass sie mit kryokonsverierten Eizellen aus Spanien, Tschechien oder der Ukraine behandeln.

  • Garantiert werden meist 5-6 Eizellen (keine Embryonen!), die nationalen Guidelines in Dänemark empfehlen 6-8 Zellen.

  • Mehrere internationale Investorengruppen haben Kliniken in Dänemark gekauft, da sie Eizellspenden-Programme als Wachstumsmarkt einschätzen und da Dänemark auf Grund qualitativ hochentwickelter Samenbanken ein sehr gutes Image hat.

 

Niederlande

Eizellspende ist in den Niederlande erlaubt und nicht anonym. Sie steht aber faktisch kaum zur Verfügung, da es keine Spenderinnen gibt bzw. das Paar die Spenderin selbst mitbringen muss. Die Eizellen dieser Spenderin werden dann quergetauscht, d.h. das Empfängerpaar erhält im Gegenzug Eizellen von einer anderen, dem Paar unbekannten, Spenderin. Vice versa gehen die Eizellen der mitgebrachten Spenderin ebenfalls an jemand anders. Dies ist ein besonderer Weg um Anonymität für das Empfängerpaar – nicht für das Kind! – sicherzustellen. Er berücksichtigt jedoch keine Fertilitätsaspekte. So kann die eine Spenderin 22, die andere 34 Jahre alt sein. Somit ist es ein Tausch unter unsicheren Vorzeichen.