Persönlichkeit

Eizellspenderinnen sind junge Frauen, in der Regel etwa Anfang/Mitte 20, die klar bei Verstand sind und mit beiden Beinen im Leben stehen.

Sie schämen sich nicht für das, was sie tun. Sie spenden Eizellen und haben eine - mehr oder weniger - klare Vorstellung davon, dass daraus ein Kind entstehen kann.

Ihr "innerer Bezugsrahmen" sind die Eizellen und das Kinderwunschpaar, das sonst kein Baby bekommen kann. Das Kind, das aus einer solchen Spenden entstehen kann und dann - rein biologisch betrachtet - ihr Kind ist, bleibt zum Zeitpunkt der Spende eher abstrakt. 

Welche Person ist eine Spenderin?

 

Ausländische Ärzte und Psychologen beschreiben eine Eizellspenderin als eher extrovertiert und angstfrei. Vorsichtige Frauen und/oder Bedenkenträgerinnen   werden in der Regel keine Eizellen spenden, da allein schon die IVF-Behandlung (IVF steht für In-vitro-Fertilisation, also künstliche Befruchtung) viele unbekannte Variablen nach sich zieht. Wie vertrage ich die Hormone? Tut es weh?

Eine typische Eizellspenderin kann auch anhand eines Persönlichkeitsmodells, des sogenannten „Big 5“ , charakterisiert werden. Dieses Modell haben Wissenschaftler auf Grundlage empirischer Forschungen entwickelt. Es eignet sich für eine erste Diagnostik, für Fremd- und für Selbsteinschätzungen. Die „Big 5“ stehen für Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extroversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.

Demnach sind Aufgeschlossenheit für Neues und Gewissenhaftigkeit die Basismerkmale einer Frau, die Eizellen spenden will.

Persönlichkeitsstruktur von Eizellspenderinnen                                       
BIG FIVE

emotional stabil

extrovertiert

offen für Erfahrungen

verträglich

gewissenhaft

emotional labil

introvertiert

konventionell

misstrausich / egozentrisch

 

nachlässig

Welchen Beruf hat eine Spenderin? Und: Wie ist ihre familiäre Situation?

Eizellspenderinnen sind ganz unterschiedlich: Angestellte, Studentinnen, Arbeiterinnen oder auch Hausfrauen mit Kind(ern). Oft arbeiten sie in einem medizinischen Beruf, da hier die Offenheit gegenüber Spenden jedweder Art traditionell hoch ist. Bei den Kinderwunschzentren ist diese Berufsgruppe auch besonders beliebt, da sie keine Angst vor Spritzen und Narkosen hat.

In expliziten Universitätsstädten heißt es aus den IVF-Zentren, dass etwa 80% der Spenderinnen Studentinnen sind.

Typisch für Spenderinnen mit Kindern ist: Sie sind entweder in jungen Jahren schwanger geworden und sind inzwischen alleinerziehend. Oder aber sie leben in einer festen Partnerschaft und ihr eigenes Kind ist noch klein. Die Subgruppe „Mütter mit Kindern“ weiß genau, was sie spendet - und ist sich darüber im Klaren, dass aus besagter Spende neues Leben in einem "fremden Bauch" entstehen kann. Auch in Kliniken sind junge Mütter als Spenderinnen beliebt, weil sie für "eine gute Schwangerschaftsrate" stehen.

Oft werden junge Frauen auch nach biographischen Umbrüchen zu Eizellspenderinnen: Sei es, weil sie kürzlich zuhause ausgezogen sind, um in einer neuen Stadt zu arbeiten oder zu studieren. Oder: Sie haben keinen festen Partner, den sie in ihre Spendeentscheidung mit einbeziehen müssten.

Wenn Eizellspenderinnen liiert sind, spielen die Männer natürlich eine Rolle. So gibt es Männer, die ihre Partnerin zu den Klinikterminen begleiten, aber auch jene, die es ablehnen, dass ihre (neue) Freundin Eizellen spendet - obwohl die betroffene Frau diese Entscheidung in der Regel gefällt hat, bevor die beiden sich kennenlernten.

Eine möglich Erklärung: Die Bereitschaft, Eizellen zu spenden, beeinflusst etwa zwei Monate die Sexualität. Denn für die Spende muss die Frau unter Umständen die Verhütung absetzen - und darf im Behandlungszyklus keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. 

Erfahrungen zeigen, dass der Partner einer potenziellen Spenderin immer mitentscheidet, ob, wann und wo seine Freundin/Frau Eizellen spendet.  Single-Spenderinnen entscheiden dies für sich allein und ziehen meist nur ihre beste Freundin zu Rate.