Verantwortung

 

Paare, die nach Eizellspende Eltern werden, sind meist schon gut in den Vierzigern. Wenn ihr Kind volljährig wird sind sie demnach in den Sechzigern. Die Aussage „Wer bis 68 Jahren arbeiten kann, kann auch bis 68 erziehen“ verknüpft den gesellschaftlich gewollten späteren Renteneintritt mit einer späten Elternschaft. Wer Ersteres selbstverständlich fordert, braucht sich Zweiteres nicht aufzuregen.

Verantwortung für die Gesundheit


Mit steigendem Lebensalter nehmen die statistischen Risiken für viele Krankheiten zu.

Chronische und degenerative Erkrankungen der Eltern belasten Kinder stark. Deswegen ist maximale Gesundheitsvorsorge für späte Eltern Pflicht. Den Kopf in den Sand zu stecken ist verantwortungslos.

Dazu zählen für den Mann:

  • Darmspiegelung alle fünf Jahre ab 50

  • jährlich großes Blutbild incl. PSA,

  • Hautkrebsscreening

  • Cardio-Check

Für die Frau:

  • Darmspiegelung ab 50 Jahren

  • Brustkrebsvorsorge

  • jährlicher Abstrich am Gebärmutterhals und Ultraschall der Eierstöcke

  • Hautkrebsscreening

  • Großes Blutbild

Dazu kommt für beide Geschlechter ein gesundheitsbewusster Lifestyle: Vermeidung von Übergewicht, Aufbau von körperlicher Fitness (insbesondere Rückengesundheit), kein Tabakkonsum.

Früh erkannt haben die meisten Krankheiten und auch viele Karzinome eine gute Prognose, die das Leben nicht verkürzt.

Mehrere Forschergruppen haben festgestellt, dass Kinder einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung der Eltern haben. Von nichts kommt jedoch nichts. Die späte Elternschaft ist der Motor für eine engmaschige und umfassende Gesundheitsvorsorge beider Partner. Das Trauma, dass der frühe Verlust eines Elternteils für das Kind bedeutet, kann dem Kind nämlich oft erspart werden.




Verantwortung für die Paarbeziehung


Kinderwunschpaare sind krisenerprobt und haben schon vieles zusammen durchgestanden. Da sie älter sind, haben sie nach Geburt eines Kindes auch selten das Gefühl im Leben etwas zu versäumen. Dadurch ist die Paarbeziehung wenig trennungsgefährdet.

Dennoch ist ein sorgsamer Umgang mit den bekannten Stressoren von jungen Familien wichtig:

  • weniger Zeit für sich selbst und zur Regeneration

  • Mehrarbeit und neue Arbeitsverteilung innerhalb der Paarbeziehung

  • unterschiedliche Erziehungsstile, z.B. welches Elternteil ist konsequent zum Kind, welches ist nachgiebig

All dies ist zwischen den Partnern neu zu verhandeln. Ärger anstauen bringt wenig. Zielführend ist es vielmehr dem Partner rechtzeitig und in angemessener Form die Dinge sagen, die nunmehr als Familie noch nicht so ganz klappen. Damit Paarbeziehung auch weiterhin gelingt, kann das Paar sich „Paarinseln“ schaffen wie z.B. kindfreie Zeiten, miteinander ausgehen und sich gegenseitig den Rücken frei halten.

Denn wie jedes Kind wünscht sich ein Kind nach Eizellspende in einer intakten und glücklichen Familien aufzuwachsen. Eine positive Paarinteraktion ist der zentrale Faktor für eine gute Eltern-Kind-Interaktion.




So alt wie man sich fühlt


Wer sich zu alt für ein Kind fühlt, hat den Weg der Eizellspendenbehandlung erst gar nicht beschritten. Im Kopf jung gebliebene Menschen haben Freude an der Erziehung von Kindern. Wichtig ist die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung und weniger, ob ein Vater mit seinem Kind noch aktiv auf hohen Niveau Fußball spielen kann. Finanziell gesicherte Verhältnisse ermöglichen andere Aktivitäten, die weniger physische Kraft erfordern. Kinder möchten vor allem dass Eltern für sie innerlich präsent sind und ihnen ihre Aufmerksamkeit schenken.

Wer seinem Kind und dessen Freunden mit Neugier und Offenheit begegnet, wird geistig jünger. Menschen, die sich auf ihr Kind einlassen, lachen mehr, bewegen sich mehr an der frischen Luft, geben und bekommen bedingungslose Liebe, dürfen selbst wieder Kind sein und bleiben mit staunenden Augen am Puls der Zeit.